Sportgemeinschaft 1909 Kirchhof

Heimspiel für Reimbold

Rundsporthalle Baunatal statt Stadtsporthalle Melsungen heißt es für Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof. Zumindest die beiden Heimspiele gegen die SG Nürtingen-Zizishausen (Sa. 19 Uhr) und den 1. FSV Mainz 05 (12. September) werden 26 Kilometer entfernt von der etatmäßigen Spielstätte ausgetragen. Renovierungsarbeiten in der „Höhle der Löwinnen“ machen dies notwendig. Verbunden mit einer besonderen Vorfreude für Chantal Reimbold.

Kirchhof besiegt Baunatal klar und hält in Zwickau mit

Röhrenfurth – Sie sind auf einem guten Weg, die Zweitliga-Handallerinnen der SG 09 Kirchhof. In zwei Testspielen erzielte das Team von Trainer Christian Denk beim 38:18 (18:9) gegen Regionalligist HSG Baunatal sowie beim 28:33 (13:17) bei Erstligist BSV Sachsen Zwickau ordentliche Ergebnisse.

Koltschenko nach 14 Monaten Verletzungspause zurück in Kirchhof

Kirchhof – Eine unbequeme Deckung mit aggressiven Halben, mutige Aktionen im Eins-gegen-Eins, ein unbändiger Wille, sich gegen größere Gegner mit Leidenschaft zu behaupten und niemals aufzugeben: Dafür steht Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof. Wie kaum eine Zweite vereint dies insbesondere Katharina Koltschenko. Die Rückraumspielerin, die im Lager der Löwinnen so lange und so schmerzlich vermisst wurde. Doch das Ende ist in Sicht. Am heutigen Montag steigt die seit Samstag 24-Jährige beim Trainingsauftakt in Melsungen wieder voll ein.

Zwei Handball-Trainer prägen ihre Vereine – als Institutionen der zweiten Mannschaft

Gensungen/Kirchhof – Ganz egal in welcher Sportart: Dass Trainer knapp ein Jahrzehnt lang dasselbe Amt bekleiden, wird immer seltener. Und diejenigen, die es doch machen, gelten in der lokalen Szene fast schon als Exoten. Martin Denk, der seit 2017 das Juniorteam der SG 09 Kirchhof betreut, und Philipp Kamm, der die ESG Gensungen/Felsberg II gar seit 15 Jahren trainiert, sind im Schwalm-Eder-Kreis womöglich die letzten Verbliebenen ihrer Art – und dennoch nicht müde.

Hilfe mit ganz viel Erfahrung

Kirchhof hat THC-Legende Lydia Jakubisova verpflichtet

Kirchhof Not macht bekanntlich erfinderisch. Denn trotz eigentlich aufgewerteten Kaders drohten die Löwinnen ohne gelernte Rechtsaußen und ohne Linkshänderin in die Saison starten zu müssen. Daher hat der heimische Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof nochmal nachgelegt. Mit einer Persönlichkeit, die in ihrer Vita mehr zu bieten hat als die meisten Spielerinnen in der gesamten Vereinsgeschichte Kirchhof. Die Lösung heißt Lydia Jakubisova.


Die SG reagierte damit auf die Verletzungen von Hannah Berk und Helen Sonntag, denen die Zukunft in Kirchhof gehört. Die neue Kapitänin Berk liege zwar „voll im Plan“ nach ihrer Knie-OP, werde allerdings wohl erst wieder im November auf der Platte stehen können. Unbestimmt ist die Ausfallzeit von Sonntag wegen einer Leistenverletzung.


„Sie fühlt sich fit, das wird richtig cool“, erklärt Christian Denk zur Verpflichtung der Legende des Thüringer HC. Jakubisova hatte ihre ruhmreiche Profi-Karriere eigentlich 2022 beendet, half jedoch beim THC immer mal wieder aus. Dadurch gewann sie mit dem THC am 4. Mai 2025 gegen Ikast Handbold aus Dänemark die EHF European League. Zuvor hatte die 125-fache Nationalspielerin der Slowakei, für die sie 466 Tore erzielte, auch gegen Kirchhof ihre Klasse unterstrichen.


In der Aufstiegssaison 2024/25 kassierten die Löwinnen ihre höchste Saisonniederlage mit 26:33 beim THC II. Jakubisova war seinerzeit Trainerin – und schwang sich mit neun blitzsauberen Toren zur Unterschiedsspielerin auf. In der 3. Liga spielte sie auch zusammen mit ihrer Tochter Liliana, die mit der SG Mainz-Bretzenheim zuletzt Meister der 3. Liga Mitte war und mit den „Ischn“ kürzlich beim Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier in Melsungen spielte. Da war natürlich Mutter Lydia unter den Zuschauern.

„Ihr Torabschluss, sicheres Auftreten und positive Energie sind Stärken, die uns helfen werden“, betont Trainer Denk. Qualitäten, die Dana Krömer unterstreichen dürfte. Kirchhofs abwehrstarke Rückraumspielerin wurde in Thüringen nämlich auch von ihrer künftigen Mitspielerin trainiert. Seit 2007 (HSG Sulzbach/Leidersbach, 2009/2010 DJK/MJC Trier, 2020/11 VfL Oldenburg, ab 2011 THC) spielte die 1,69 m große Slowakin erstklassig. Sechs Deutsche Meisterschaften (2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2018) und den Gewinn des DHB-Pokals (2013) feierte die Rechtsaußen. Die 2. Bundesliga wird jetzt für sie Neuland – im zarten Alter von 44 Jahren.


Quelle: HNA vom 27.08.2026

Foto: Christian Heilwagen

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