
Hilfe mit ganz viel Erfahrung
Kirchhof hat THC-Legende Lydia Jakubisova verpflichtet

Kirchhof – Not macht bekanntlich erfinderisch. Denn trotz eigentlich aufgewerteten Kaders drohten die Löwinnen ohne gelernte Rechtsaußen und ohne Linkshänderin in die Saison starten zu müssen. Daher hat der heimische Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof nochmal nachgelegt. Mit einer Persönlichkeit, die in ihrer Vita mehr zu bieten hat als die meisten Spielerinnen in der gesamten Vereinsgeschichte Kirchhof. Die Lösung heißt Lydia Jakubisova.
Die SG reagierte damit auf die Verletzungen von Hannah Berk und Helen Sonntag, denen die Zukunft in Kirchhof gehört. Die neue Kapitänin Berk liege zwar „voll im Plan“ nach ihrer Knie-OP, werde allerdings wohl erst wieder im November auf der Platte stehen können. Unbestimmt ist die Ausfallzeit von Sonntag wegen einer Leistenverletzung.
„Sie fühlt sich fit, das wird richtig cool“, erklärt Christian Denk zur Verpflichtung der Legende des Thüringer HC. Jakubisova hatte ihre ruhmreiche Profi-Karriere eigentlich 2022 beendet, half jedoch beim THC immer mal wieder aus. Dadurch gewann sie mit dem THC am 4. Mai 2025 gegen Ikast Handbold aus Dänemark die EHF European League. Zuvor hatte die 125-fache Nationalspielerin der Slowakei, für die sie 466 Tore erzielte, auch gegen Kirchhof ihre Klasse unterstrichen.
In der Aufstiegssaison 2024/25 kassierten die Löwinnen ihre höchste Saisonniederlage mit 26:33 beim THC II. Jakubisova war seinerzeit Trainerin – und schwang sich mit neun blitzsauberen Toren zur Unterschiedsspielerin auf. In der 3. Liga spielte sie auch zusammen mit ihrer Tochter Liliana, die mit der SG Mainz-Bretzenheim zuletzt Meister der 3. Liga Mitte war und mit den „Ischn“ kürzlich beim Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier in Melsungen spielte. Da war natürlich Mutter Lydia unter den Zuschauern.
„Ihr Torabschluss, sicheres Auftreten und positive Energie sind Stärken, die uns helfen werden“, betont Trainer Denk. Qualitäten, die Dana Krömer unterstreichen dürfte. Kirchhofs abwehrstarke Rückraumspielerin wurde in Thüringen nämlich auch von ihrer künftigen Mitspielerin trainiert. Seit 2007 (HSG Sulzbach/Leidersbach, 2009/2010 DJK/MJC Trier, 2020/11 VfL Oldenburg, ab 2011 THC) spielte die 1,69 m große Slowakin erstklassig. Sechs Deutsche Meisterschaften (2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2018) und den Gewinn des DHB-Pokals (2013) feierte die Rechtsaußen. Die 2. Bundesliga wird jetzt für sie Neuland – im zarten Alter von 44 Jahren.
Quelle: HNA vom 27.08.2026
Foto: Christian Heilwagen















