2. ALSCO HBF
Saison 2026/2027
TuS Lintfort vs. SG 09 Kirchhof
18.10.2026 16:00 Uhr
Ergebnis:


Richtungsweisend
Kirchhof in Lintfort nach Pause gleich besonders gefordert
Lintfort/Kirchhof – Saisonstart, die Zweite: Nach vier Wochen Pause legen die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof wieder in der 2. Bundesliga los. „Das war wie eine zweite Vorbereitung. Wir haben die Zeit gut genutzt“, bekräftigt SG-Coach Christian Denk. Der mit seinem Team im Duell beim TuS Lintfort (So. 16 Uhr, Sporthalle Eyller Straße) gleich vor einem richtungsweisenden Spiel steht.
Denn ist ist der Vergleich zweier Mannschaften, für die ausschließlich der Klassenerhalt zählt. Zwei Klubs, die in 2026 alles andere als erfolgsverwöhnt sind. In diesem Jahr nämlich hat Kirchhof wie auch der Rostocker HC jeweils nur drei Siege in der 2. Bundesliga feiern können. Der kommende Gegner aber hat seit dem 15. November 2025 (24:21 gegen Waiblingen) kein Spiel mehr gewonnen. Aus den jüngsten 26 Partien gab es nur einen einzigen Punkt beim 24:24 gegen den Bergischen HC am 15. Februar. Eine Woche später unterlag der TuS bei Kirchhof mit 24:35.
„Wir messen sie nicht an den Niederlagen. Lintfort ist ein eingespieltes Team, das nie aufgibt“, betont SG-Coach Denk, der im Vorjahr das Hinspiel dort mit den Löwinnen mit 26:30 verlor. Im Vergleich dazu hat Lintfort mit Rechtsaußen Alea Mattig (91) und Rückraumspielerin Leonie Udaw (89) zwei seiner drei besten Torschützinnen verloren, die jetzt mit ihrem neuen Klub 1. FSV Mainz 05 Tabellenführer sind. Weiterhin an Bord ist aber Svenja Rottwinkel. Die Kapitänin und Spielmacherin, die auf 188/83-Treffer im Vorjahr kam und aktuell intern mit 30/10-Toren vor der 19-jährigen Halblinken Eva Manthei (20) und der 25-jährigen Linksaußen Jule Bachen (17) führt.
Trainern des TuS ist – ebenso wie SG-Coach Denk unbefristet – Bettina Grenz-Klein mit einer kurzen Unterbrechung bereits seit 2001. Die B-Lizenz-Inhaberin steht für die Zweitliga-Aufstiege in 2004, 2007, 2010, 2016 und 2018. Auch wenn es aktuell erneut ausschließlich Niederlagen gab, waren die Ergebnisse durchaus im Rahmen. Zuletzt beim Aufstiegsanwärter HC Rödertal (23:31) gewann Lintfort sogar die zweite Halbzeit mit 13:12.
Kirchhof hingegen wollte das jüngste 18:35 in Solingen schnell vergessen. Dabei gab Ana Ugrin ihren Einstand und rückte in der Pause nun „näher an die Mannschaft heran“ (Denk). Ihr Coach lässt allerdings offen, ob erneut Nicoleta Petre oder wie beim einzigen Saisonsieg in Leverkusen (29:22) die aufstrebende A-Jugendliche Pauline Grimm beginnen wird. Ebenfalls die Zeit genutzt für eine bessere Fitness und, um Blessuren abzuheilen, haben Kapitänin Nora Lundell und Katharina Koltschenko. Die im Vorjahr komplett verletzte Rückraumspielerin verdiente sich ein Sonderlob und bleibt gesetzt. Offen ist allerdings ihre Position, weil die beiden Spielmacherinnen Jule Hertha (erkrankt) und Chantal Reimbold (Fuß) zumindest angeschlagen sind. Ansonsten sind bis auf die Langzeitverletzte Hannah Berk (Aufbautraining) alle an Bord.
Ebenfalls erste Wahl bleibt Lydia Jakubisova, die am Dienstag ihren 45. Geburtstag feierte. Eigengewächs Helen Sonntag bietet sich dahinter auf Rechtsaußen an. „Von Lydia kann Helen noch viel lernen“, bekräftigt der Coach und ist froh, dass mit Emilia Damm die zweite Linksaußen auch Rückstände aufgeholt hat und das Team stärken kann. Das schon ganz früh in der Saison die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt kennt. Die Wahrscheinlichkeit ist äußerst hoch, dass Meisterschaft und Aufstieg unter den ersten Acht ermittelt werden. Dahinter geht die Abstiegszone los. Mit Lintfort und Kirchhof sowie mit dem SV Werder Bremen, der am 31. Oktober nach einer weiteren kleinen Pause der erste Gegner in der frisch renovierten Melsunger Stadtsporthalle sein wird.
Quelle: HNA vom 16.10.2026
Foto: Alibek Käsler
2. ALSCO HBF
Saison 2026/2027
HSV Solingen-Gräfrath vs. SG 09 Kirchhof
19.09.2026 18:300 Uhr
Ergebnis: 18:37


Zum Vergessen
Kirchhof entäuscht auf ganzer Linie in Solingen – freie Tage gestrichen
Solingen – Das hätte nicht schlechter laufen können. „Es war alles zum Vergessen. Die trainingsfreien Tage sind damit gestrichen“, erklärte Christian Denk, der als Trainer mit der SG 09 Kirchhof ein 18:37 (8:17)-Debakel beim HSV Solingen-Gräfrath erlebte. Auf den 42-Jährigen und seine Mannschaft wartet also noch mehr Arbeit als gedacht, ehe es für sie in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen nach einer Pause am 18. Oktober im Kellerduell beim TuS Lintfort weitergehen wird.
Von Anpfiff weg war nichts von der leidenschaftlichen Leistung von der unglücklichen 30:31-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 zu spüren. Nichts von der Souveränität, mit der Kirchhof das erste Auswärtsspiel in Leverkusen mit 29:22 gewonnen hatte. Vielmehr passte die Vorstellung der Gäste zum kostenpflichtigen Livestream auf Sporteurope.tv. Dieser ruckelte besonders zu Beginn, lieferte keine sichtbaren Zwischenstände und Uhrzeiten, hatte minutenlange Aussetzer beim Ton. Manchmal blieb der Bildschirm sogar schwarz. Da konnten einem die verzweifelten Moderatoren des HSV leidtun, die rätselten, ob es am fehlenden WLAN oder dem benachbarten Bergischen Oktoberfest lag, das es beim Zusehen einfach nur nervig war.
Genervt wurden das SG-Team von Solingens Torfrau Liv-Stine Eckardt, die warmgeworfen wurde, vom Mittelblock, den die beiden Kreisläuferinnen Emma Schwitzer und Sophie Pickrodt sowie später auch Deborah Spatz und Luna Külker bildeten. Zudem sorgten die im Eins-gegen-Eins starke Patricia Nikolic und die flinke Rechtsaußen Dana Uhtes für große Unterschiede auf der Platte. SG-Coach Denk aber fasste sich ausschließlich an die eigene Nase: „Uns haben die Körpersprache und die Überzeugung gefehlt. Wir sind leider wieder zu verkopft gewesen, unsere Spielerinnen haben sich nach einem Fehlwurf total verunsichern lassen, anstatt einfach weiterzumachen.“ In Zahlen bedeutete dies eine Angriffseffizienz von nur 26 Prozent, bei den technischen Fehlern lagen die Löwinnen mit 15:6 vorn.
5:0 stand es beim ersten Timeout der Gäste (6.), 9:5 nach dem zweiten (17.). Mit der Umstellung auf ein System mit zwei Kreisläuferinnen lief es kurzfristig etwas besser. So kam die eingewechselte Dana Krömer aus der zweiten Reihe zum Zug, der sechs der ersten zehn Kirchhof-Tore gelingen sollten, ehe auch ihr am Ende die Körner ausgingen. Doch über den Kreis an sich und die Außen war die Torgefahr praktisch null. Wenn nicht Nicoleta Petre als zweiter Lichtblick neben Krömer prima gehalten hätte, wäre es noch heftiger gekommen für die harmlosen Hessinnen, bei denen 13 Feldspielerinnen vergeblich ihr Glück versuchten.
Da konnte HSV-Trainer Lars Faßbender die Gunst der Stunde nutzen und seinen Jüngsten Spielpraxis zu geben. Der 16-jährigen Torhüterin Louisa Steffen, den beiden 17-Jährigen Luna Külker in der Abwehr und Eliana Vallo bei ihrem Einstand auf Rechtsaußen sowie der erst 15-jährigen Spielmacherin Noemi Kamen. Vier hoffnungsvolle Talente, die im Vorspiel mit der A-Jugend des HSV von Trainerin Laura Vasilescu (ehemals HSG Bad Wildungen Vipers) mit 36:24 gegen Borussia Dortmund gewonnen hatten.
Auf der Gegenseite setzte auch Denk seine A-Jugendlichen länger als geplant ein. Helena Wagner, der zum 22:12 ein sehenswerter Treffer gelang (41.), und Emilia Damm, die sich nach ihrer Verletzung mit dem Tor zum 12:7 (22.) zurückmeldete. Überraschend ebenfalls erstmals im Kader stand Torfrau Ana Ugrin, die am Ende ihre ersten fünfeinhalb Minuten für die SG bekam. In einer Partie zum Vergessen. Wechselfehler inklusive, weil Katharina Koltschenko vor der Pause eine Strafe kassiert hatte und nach dem Wechsel zu früh auf die Platte geschickt worden war.
Solingen: Eckardt (11 P./13 GT.), Steffen (2/4) - Uhtes 5, Vallo 2, Spengler 5/2, Souza, Kamen 1, Heimann 2, Schwitzer 4, Pickrodt 2, Nikolic 6, Völker, Külker 1, Spatz 4, Gutzeit, Brandt 3/1.
Kirchhof: Petre (12/30), Ugrin (2/5), Grimm - Damm 1, Walkowiak, Jakubisova, Lundell 1, Schmidt, Janicka, H. Wagner 1, Reimbold 3/1, Koltschenko 2, J. Wagner 2/2, Hertha, Ulrich 2, Krömer 6.
SR: Kijowsky/Strüder.Z: 210.
Siebenmeter: 2/3:3/5.
Zeitstrafen: 4:6-Minuten
Quelle: HNA vom 21.09.2026
Foto: Alibek Käsler
„Wollen die Kurve oben halten“
Kirchhof in Solingen wieder mit Hertha und Damm
Solingen – Manchmal ist das Erlebnis wichtiger als das Ergebnis. Dann nämlich, wenn die Leistungskurve nach oben geht und die Saison noch jung ist. So gesehen konnten die Zweitliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof aus der denkbaren knappen Niederlage gegen den formstarken 1. FSV Mainz 05 viel Positives ziehen. „Wir wollen die Kurve oben halten“, macht denn auch Trainer Christian Denk vor der Partie beim HSV Solingen-Gräfrath deutlich (Sa. 18.30 Uhr, Klingenhalle Solingen).
Die Partie ist ob des wilden Spielplans durchaus von wegweisender Bedeutung. Denn es ist der Auftakt von vier Auswärtsspielen aus den kommenden fünf Partien. Gewöhnungsbedürftig für ein Team, das wegen der Renovierung der heimischen Stadtsporthalle ohnehin die ersten beiden „Heimspiele“ in Baunatal austragen musste. Die einzige Partie in der Fremde wurde indes in Leverkusen souverän mit 29:22 gewonnen.
Die Löwinnen werden alles daran setzen, das sich Geschichte wiederholt in den Wochen der Wiedersehen mit langjährigen Leistungsträgerinnen. Denn nach Marie Sauerwald (Leverkusen) und Christin Kühlborn (Mainz) hat auch der kommende Gegner ein ehemaliges Ass der SG 09 zu bieten. Deborah Spatz nämlich, die nach ihrem Wechsel mit dem Aufstieg aus Kirchhof mit 175/29-Treffern auf Anhieb die torgefährlichste HSV-Akteurin in der vergangenen Spielzeit war – vor Linksaußen Nele Spengler (119/47) und Kapitänin Vanessa Brandt (113/27.). Exakt in dieser Reihenfolge gibt dieses Trio auch aktuell den Ton an: Spatz 17/1, Spengler 17/6, Brandt 14/3.
Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass es in Solingen kaum Transferbewegungen gab. Neu ist Trainer Lars Faßbender, der bis Februar bei den Männern aus Schalksmühle/Halver von den SGSH Dragons wirkte, die wiederum nach dessen Trennung im Endspurt der 3. Liga gegen die MT Melsungen II das Nachsehen hatten. Faßbender baut auf vieles von Vorgänger Jonas Schlender auf, den es Erstligist Buxtehude zog. Neu eingebaut werden allerdings nach und nach die eigenen Top-Talente, die mit der B-Jugend des HSV im Mai Deutscher Meister wurden. „Es macht Riesenspaß zu sehen, wie sie sich entwickeln. Als Mannschaft wollen wir aber spielerisch jetzt besser werden“, betont Spatz nach dem Start mit 4:2-Punkten.
Spatz pendelt besonders aus privaten Gründen weiterhin nach Nordhessen, verfolgt die Entwicklung ihres Ex-Klub gespannt und sagt: „Kirchhof hat gute Neuverpflichtungen getätigt und ist auf jeden Fall stärker als in der vergangenen Saison.“ Vor einem Jahr gewann der HSV im Melsungen mit 34:32 und in der Klingenhalle mit 25:18. Dabei war die talentierte Spielmacherin Hannah Gutzeit ein Faktor. Nach einer Ellbogenverletzung bei der U 20-Weltmeisterschaft in China kämpft sich gerade zurück. Wieder an Bord in Kirchhof sind auch wieder Jule Hertha (nach Erkältung) und Emilia Damm (nach Muskelfaserriss).
Allerdings kann die Linksaußen behutsam eingebaut werden, zumal anschließend vier Wochen Pause sind, ehe es in Lintfort am 18. Oktober weiter geht. „Lea ist gut drauf“, unterstreicht Coach Denk, dass Neuzugang Walkowiak gut eingeschlagen hat. Auch in der Deckung auf Halb – an der Seite von Rückkehrerin Katharina Koltschenko. Die Herausforderung ist beim Gegner nun unterschiedlicher Natur. Maira Völker, Hannah Gutzeit (beide 1,65 m) und Patricia Nikolic (1,70 m) kommen über das Eins-gegen-Eins. „Mit den Kleinen hatten wir zuletzt große Probleme“, betont Denk und setzt auf den Lerneffekt. Torgefahr aus der zweiten Reihe versprühen beim HSV neben Spatz (1,78 m), die zuletzt auch auf der Mitte eingesetzt wurde, Kapitänin Brandt (1,80 m) und die 17-Jährige Luna Külker (1,86 m). Stärken, die die Löwinnen einbremsen wollen – damit aus dem Erlebnis diesmal auch ein gutes Ergebnis wird.
Quelle: HNA vom 18.09.2026
Foto: Alibek Käsler
2. ALSCO HBF
Saison 2026/2027
SG 09 Kirchhof vs. 1. FSV Mainz 05
12.09.2026 19:00 Uhr
Ergebnis: 30:31

Zwischen Lust und Frust
Kirchhof verpasst Überraschung gegen Mainz 05 nach großem Kampf
Baunatal – Wer die „Mannschaft der Stunde“ am Rande einer Niederlage hat, der kann nicht allzu viel verkehrt gemacht haben. „Das macht Lust auf mehr, das wären fast Big Points gewesen“, unterstrich denn auch Christian Denk. Der Handball-Trainer der SG 09 Kirchhof, der den 1. FSV Mainz 05 nach deren beiden beeindruckenden Siegen zum Auftakt der 2. Bundesliga entsprechend geadelt hatte. Dessen Team aber trotz einer gereiften Vorstellung mit 30:31 (18:16) unterlag.
„Noch überwiegt der Frust, weil mehr drin gewesen ist. Aber mit etwas Abstand dürfen wir stolz auf unsere Leistung sein und darauf aufbauen, dass wir nie haben abreißen lassen und immer weiter gekämpft und an uns geglaubt haben“, erklärte Katharina Koltschenko. Nach einer nervenaufreibenden Schlussphase in der Rundsporthalle ihrer Heimatstadt Baunatal, die sie so richtig angezündet hatte. In der 55. Minute nämlich traf die 24-Jährige ins verwaiste Tor zum 29:28. Bestrafte damit das Risiko der Gäste, die in der zweiten Halbzeit über weite Strecken mit der siebten Feldspielerin agierten.
Es war der sechste Treffer im ersten Spiel nach mehr als 15 Monaten Koltschenkos über die volle Distanz – auch wenn sie süffisant anmerkte, dass sie zwei Minuten davon eine Zeitstrafe abbrummte. Keine Frage, sie ist schon wieder da, wo sie vor ihrem Muskelbündelriss und dem Kreuzbandriss war. Keine Zweifel auch nach drei Fahrkarten im ersten Durchgang, denen eine klar bessere Quote in der zweiten Hälfte folgte. Mutig gelang Koltschenko auch das Tor zum 30:30 (57.), nachdem Mainz durch Helena Rhein und Christine Burgard zurückgeschlagen hatte.
Da hielt es längst keinen mehr in Grün und Weiß auf seinem Sitz, auch wenn sich die meisten davon gewünscht hätten, jetzt mit noch mehr treuen Anhängern in der heimischen Stadtsporthalle spielen zu können. Doch auch in Baunatal knisterte es. Da nahm Denk eine letzte Auszeit mit dem klaren Ziel, die beiden Punkte in Kirchhof zu behalten. Doch durch passives Spiel verloren die Löwinnen den Ball. Auch Mainz gab das Spielgerät schnell wieder her. Also versuchte Lydia Jakubisova ihr Glück. Wollte den Koltschenko machen, warf es spitzem Winkel aufs erneut verwaiste Tor – verzog allerdings denkbar knapp.
Besser zielte dafür aber Alea Mattig. Die Rechtsaußen der Meenzer Dynamites, die zum 31:30 abräumte (58.). Eine letzte Chance zum Ausgleich bot sich Chantal Reimbold. Sieben Sekunden vor Schluss, also noch mit Zeit auf eine bessere Position, fand sie jedoch in FSV-Rückhalt Aurora Kryeziu ihre Meisterin. „Wir hatten am Ende etwas mehr Glück. Mit diesem schwierigen Spiel hatten wir gerechnet, weil Kirchhof mit seinen wuseligen Spielerinnen immer noch mehr zieht und dran bleibt“, sagte Christin Kühlborn.
Die Ex-Kirchhoferin, die längst an der Bergstraße eine private und in Mainz eine sportliche Heimat gefunden hat. „Wir haben uns in den letzten drei, vier Jahren etwas Gutes aufgebaut und führen unsere jungen Spielerinnen langsam heran“, unterstrich die 33-Jährige, die als eine von vier Spielerinnen auf der Platte auf die 100-Prozent-Quote kam. Neben ihr noch ihre Mitspielerinnen Mattig und Feiniler bei jeweils vier Versuchen sowie auf der Gegenseite Nora Lundell bei deren sieben. Kirchhofs Kapitänin, die am Kreis kaum zu verteidigen war und auf der Gegenseite gemeinsam mit Juliana Wagner einen stabilen Mittelblock garantierte.
Darauf aufbauend und mit einer soliden Nicoleta Petre im Tor, die der in den ersten beiden Spielen so herausragenden Kryeziu ein Duell auf Augenhöhe lieferte, legte Kirchhof zunächst vor. Über 4:2 durch die abgezockte Lydia Jakobisova (6.), die gemeinsam mit der agilen Lea Walkowiak auf links den Löwinnen Flügel verleiht, nach einem 9:12 durch Feiniler (19.) durch einen Schlussspurt und Doppelpack von Vanessa Ulrich zur Pausenführung. Vorboten, die sie nach dem Wechsel nicht mehr die letzte Präzision folgen ließen. „Wir haben auf einmal zu viel nachgedacht, weil wir etwas gewinnen konnten. Darunter hat der Spielfluss gelitten“, erklärte SG-Coach Denk. Um den Kampfgeist seiner Mannschaft zu loben, die ohne die erkrankte Spielmacherin Jule Hertha auskommen musste.
Es hätte sogar ein deutlicherer Vorsprung sein können, wenn nicht etwa Petre im Pech gewesen wäre, als ein Wurf von Marleen Kern von der Latte und von ihr auf dem Boden liegend unglücklich ins Tor gekullert wäre (24.). Bei einer vergleichbaren Szene auf der Gegenseite konnte Kryeziu den Ball bei einem Pfostentreffer Koltschenkos noch vor der Linie klären (51.). Zwei Aktionen, die unterstreichen, warum Kühlborn bei ihrem Besuch in der Heimat glücklich strahlen konnte – und warum Denk, Koltschenko und Co. viel Positives aus dieser Partie ziehen durften, aber eben noch nicht mal einen Punkt.
Kirchhof: Feller, Grimm (0 P./2. GT), Petre (13/29) – H. Wagner, Reimbold 4, Koltschenko 7, J. Wagner 3/1, Lundell 7, Walkowiak 3/1, Jakubisova 4, Schmidt, Ulrich 2, Krömer, Janicka.
Mainz: Fahnenbruck (0/1), Kryeziu (13/29) – Mattig 4, Weidle 2, Kühlborn 4, Burgard 7/2, Schulze, Bartaseviciute 1, Feiniler 4, Kern 5, Thoß, Grawe 1, Rhein 3.
SR: Maximilian Engeln/Felix Schmitz. Z: 330.
Siebenmeter : 3/4:2/2.
Zeitstrafen: 2:2-Minuten.
Quelle: HNA vom 14.09.2026
Foto: Alibek Käsler
Mit neuer Energie
Kirchhof sucht Chance gegen erstarkte Mainzerinnen
Baunatal – Für Juliana Wagner war‘s „ein sehr schönes Gefühl.“ Ihr Trainer Christian Denk war auch mit Blick auf die kommenden beiden Aufgaben und die anschließende vierwöchige Spielpause in der 2. Handball-Bundesliga „heilfroh“. Kollektive Erleichterung im Lager der Löwinnen nach dem 29:22-Sieg in Leverkusen. Nachlegen wäre ein ambitioniertes Unterfangen, denn die kommenden beiden Gegner 1. FSV Mainz 05 (Sa. 19 Uhr, Rundsporthalle Baunatal) und HSV Solingen-Gräfrath (19. September, 18.30 Uhr) haben es in sich.
„Mainz ist die Mannschaft der Stunde“, adelt Denk die Meenzer Dynamites. Schon beim Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier in Melsungen ließ das Team aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz erahnen, dass es zu mehr als dem neunten Platz im Vorjahr fähig ist. Im DHB-Pokal schied das Team von Trainer Jörg Schulze zwar mit 34:38 gegen die SG Nürtingen-Zizishausen aus, die daraufhin mit 37:23 in Baunatal gegen Kirchhof gewann. In der Liga aber ließ es Mainz mit einem 34:22-Erfolg in Bremen und mehr noch beim 33:29 gegen den HC Rödertal krachen.
Schließlich ist Rödertal ein Top-Favorit auf den Aufstieg. Bei diesen Coups brillierte Aurora Kryeziu. Die 22-jährige Nationalspielerin des Kosovo stand in der vergangenen Spielzeit noch etwas im Schatten vom Aleksandra Orowicz. Reifte hinter der Polin, die nach zwei Engagements in Kirchhofs jetzt für Erstligist HC Leipzig pariert. Kryeziu entnervte Rödertal mit 18 Paraden, nachdem sie gegen Bremen gar 21 Bälle gehalten hatte, und leistete auch noch vier Vorlagen. Harpunen zum Gegenstoß, die von Alea Mattig verwandelt wurden. Wohl temperierte Pässe, die aber ebenso Christin Kühlborn veredeln kann. Die 33-Jährige, die als Linksaußen Co-Kapitänin ist und die bis 2019 ausschließlich für Kirchhof auflief.
„Sie haben überall Qualität, da müssen wir stets hellwach und fokussiert sein“, unterstreicht Denk und nennt die erfahrene Kreisläuferin Lena Feiniler, Strategin Melanie Grawe und die aufstrebenden Rückraumkräfte Christine Burghard dank ihrer Wucht auf halblinks sowie die im Eins-gegen-eins starke Anna Weidle (Mitte), Helena Rhein und Marleen Kern als Kapitänin der deutschen U 20-Weltmeisterinnen (beide halbrechts) als weitere Schlüsselspielerinnen. Gut für Kirchhof, dass es dem eine neue Stabilität entgegensetzen kann. Den neuen Mittelblock mit der neuen Kapitänin Nora Lundell und Juliana Wagner sowie den aggressiven und aufmerksamen Halben, wo neben den in Leverkusen überzeugenden Lea Walkowiak und Katharina Koltschenko auch Vanessa Ulrich, Helena Wagner und Emilia Damm wirken können. Wobei Damm ebenso wie Torfrau Ana Ugrin, Hannah Berk und Helen Sonntag weiterhin verletzt fehlt.
„Nora gibt uns Sicherheit und Stabilität, wir können extrem von ihr lernen. Überhaupt haben wir uns gut verstärkt und helfen uns jetzt mehr als in der vergangenen Saison“, sieht Juliana Wagner den Entwicklungsprozess voranschreiten und konkretisiert: „Das übergeben und übernehmen klappt besser. Wir fühlen uns sicherer, brauchen aber weiterhin Zeit“, erklärt die 19-Jährige, die mit ihrem Team auch die neuen Außen noch besser in Szene setzen möchte. Linksaußen Walkowiak, die nach einem Jahr fast ohne Spielpraxis in Zwickau nur so vor Energie strotzt und Lydia Jakubisova. Die 44-Jährige macht ob ihr Abgeklärtheit mächtig Eindruck und war auf Anhieb als notwendige Nachverpflichtung ein Gewinn auf Rechtsaußen.
Bleibt nur noch das Thema Halle. „Es fordert uns logistisch alles ab“, macht SG-Managerin Renate Denk deutlich. Von Freitagabend bis zum späten Samstagabend mit zwei Jugendspielen, dem Juniorteam und vor allem der ersten Mannschaft haben die Verantwortlichen und ihre Helfer in der Rundsporthalle ihr zweites Zuhause. Bei den Einheiten in dieser Woche musste die C-Jugend einmal pausieren, damit das Zweitligateam üben konnte. Das wiederum kam zu einer spontanen Teambuildingmaßnahme, als es in der Melsunger Zweifeldhalle einen Stromausfall gab. Jetzt erst recht fordert Juliana Wagner und erklärt: „Machen wir Baunatal zu unserem Heimspiel.“
Quelle: HNA vom 11.09.2026
Foto: Alibek Käsler
2. ALSCO HBF
Saison 2026/2027
TSV Bayer 04 Leverkusen vs. SG 09 Kirchhof
06.09.2026 16:00 Uhr
Ergebnis: 22:29


Kirchhof wie es siegt und lacht
Löwinnen feiern 29:22-Sieg in Leverkusen – Grimm schreibt ihr Märchen weiter
Foto: Pressebilder Hahn
Leverkusen – Dieses Siegestänzchen hatte es in sich. Völlig losgelöst herzten sie sich, die Spielerinnen der SG 09 Kirchhof. Wollten ihr Glück mit jeder und jedem im Team der Löwinnen teilen. 13 Niederlagen in Serie hatten sie saisonübergreifend in der 2. Handball-Bundesliga kassiert. Den letzten Sieg am 22. Februar beim 35:24 gegen den TuS Lintfort gefeiert. Jetzt aber untermauert der 29:22 (15:14)-Erfolg beim TSV Bayer 04 Leverkusen, dass Kirchhof in dieser Spielzeit den Klassenerhalt auch sportlich klar machen kann.
„Wir hatten Druck, denn beide Mannschaften wussten, wie wichtig dieses Spiel ist. Dieser Sieg ist eine große Erleichterung und tut uns richtig gut“, frohlockte SG-Coach Christian Denk. Und wer die Entwicklung einer Mannschaft an den direkten Duellen misst, dem sei daran erinnert, dass Kirchhofs vor knapp sieben Monaten in Leverkusen noch mit 26:42 verloren hatte. Jetzt aber gingen die Löwinnen deutlich couragierter zu Werke. Mut hatte der Trainer bereits bei der Nominierung bewiesen, denn er verschaffte Pauline Grimm zu ihrem Debüt in der Anfangsformation. Der Lohn einer starken Vorstellung bei der Heimniederlage zum Auftakt gegen die SG Nürtingen-Zizishausen. Und die 16-Jährige rechtfertigte das Vertrauen mit einigen guten Paraden, nahm auch Freie weg. „Pauline war besonders zu Beginn jeder Halbzeit voll da. Wir haben das Torhüterduell eindeutig für uns entschieden“, konnte Denk mit Fug und Recht behaupten.
Vor Grimm wuchs der Mittelblock mit Nora Lundell und Juliana Wagner über sich hinaus. Ein Sonderlob verdiente sich Katharina Koltschenko, die schon wieder wie zu besten Zeiten auf halb verteidigte. Kaum zu glauben, dass dies erst ihr zweiter Einsatz nach 16 Monaten verletzungsbedingter Pause war. Auch Lea Walkowiak wusste auf Halb und als Balldiebin zu gefallen. Darauf aufbauend zog Kirchhof über 4:1 (4., Jakubisova) und 8:3 (11., Koltschenko) auf 10:4 (17., Wagner) davon. Dass es zur Pause (15:14) deutlich knapper wurde, lag auch an fünf der insgesamt zehn Pfosten- oder Lattentreffer Kirchhofs. Hier stand Bayer indes mit deren acht Mal Pech kaum nach. Zum Ärger von Marie Sauerwald. Der Ex-Kirchhoferin, die gegen ihren Heimatverein auf ungewohnter Position auf Rechtsaußen eingesetzt wurde und bei vier Versuchen einen Treffer landete. Deren Pendant Dana Gruner stellte für die SG 09 mit sechs Toren im ersten Durchgang die größte Gefahr dar.
Nach dem Wechsel wurden die Nerven auf beiden Seiten noch mehr strapaziert. Da gab es lange kaum erfolgreiche Abschlüsse. Da roch es beim 17:17 durch Gruner nach einer Wende (42.). Doch die Löwinnen haben gelernt. „Letzte Saison hätten wir dieses Spiel wohl noch verloren“, wusste auch Denk. Doch jetzt haben sie mit der überaus cleveren Lydia Jakubisova auf Rechtsaußen und mit Kreisläuferin Lundell zwei neue Asse mit Siegermentalität.
Und eben auch wieder Chantal Reimbold, die es in der entscheidenden Phase ebenso krachen ließ wie Koltschenko, die nach zwei blitzschnellen Balleroberungen eiskalt abschloss. Als es ihr dann auch noch Walkowiak nach einer Harpune von Jakubisova gleichtat zum 22:18 (49.), gab es keine Zweifel mehr am Auswärtssieg. Zumal Kirchhof auch noch die besseren Körner hatte, da traf sogar Rechtshänderin Jule Hertha mit links zum 28:22 (57.). Und mit der Rumänin Nicoleta Petre hatten sie eine zweite verlässliche Torfrau, deren Glanzstück die Doppelparade gegen die beiden freien Würfe von Sauerwald und Gruber war (60.).
Quelle: HNA vom 28.08.2026
Foto: @Fotos Jörg Dembinski
Das ganz besondere Wiedersehen
Freundinnen Koltschenko und Sauerwald spielen erstmals gegeneinander
Foto: Pressebilder Hahn
Kirchhof – Nur die Wortwahl ist anders beim identischen Saisonziel. Die einen (SG 09 Kirchhof) peilen den Klassenerhalt an, die anderen (TSV Bayer 04 Leverkusen) wollen am Ende in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen keinen Abstiegsplatz belegen. Da beide Klubs zum Auftakt erwartbare und hohe Niederlagen kassiert haben, wird das direkte Duell am Sonntag (16 Uhr, Ostermann-Arena) richtungsweisend.
„Das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Sie haben einen guten Mix, aber auch fast eine komplett neue Mannschaft“, sagt SG-Coach Christian Denk mit Blick auf den Gegner. Neu bei Bayer ist als Trainerin Franziska Garcia, die für Interimslösung Sybille Gruner übernommen hat. Acht Neue kamen, zehn Abgänge mussten ersetzt werden. Darunter auch die Ex-Kirchhoferin Nela Zuzic (Pause), besonders aber als Unterschiedsspielerin Annika Ingenpaß. Die frühere Nationalspielerin ist jetzt beim VfL Oldenburg wieder erstklassig am Kreis unterwegs.
Unter den Neuen in Leverkusen ist Wioleta Pajak (Werder Bremen) mit ihren 27 Jahren die älteste Spielerin im Aufgebot und dürfte auch gegen Kirchhof im Tor beginnen, weil U 20-Weltmeisterin Merle Muth am Fuß verletzt ist. Vergleichsweise viel Erfahrung bringt zudem die Spielerin mit, die mit Dana Gruner ein starkes Duo auf Linksaußen garantiert und deren Stärken sie bei den Löwinnen bestens kennen: Marie Sauerwald. Die 23-Jährige hatte ihren Heimatverein der Liebe wegen verlassen. Wegen ihres Freundes Julian Fuchs, der für den Bergischen HC in der 1. Bundesliga aktiv ist.
„Ich bin gut angekommen“, betont Sauerwald, die aus ihrem neuen Wohnort im Solinger Stadtteil Ohligs eine halbe Stunde zum Training pendeln muss. Da hatte sie es in Melsungen deutlich kürzer. „Komisch“ werde am Sonntag das Spiel gegen den Klub, für den sie seit den Minis aktiv war. „Noch besonderer“ sicherlich das Rückspiel am 6. Februar in Melsungen. Denn die Rechtshänderin weiß, was sie an Kirchhof hatte – und umgekehrt. „Marie ist mutig, variabel und hat sich vor allem letzte Saison beim Abschluss nochmal richtig verbessert. Aber wir können unseren Torhüterinnen natürlich auch gute Tipps geben“, macht Denk deutlich. Nicoleta Petre und die beim 23:37 zum Auftakt gegen Nürtingen-Zizishausen so prima parierende Pauline Grimm, die am Spieltag ihren 17. Geburtstag feiern kann, werden aufmerksam zuhören.
Ohnehin bescheid weiß der zweite Teil des „doppelten Lottchens“: Katharina Koltschenko. So nannten sie im Lager der Löwinnen die beiden Handballerinnen, die eng befreundet sind und deren Wege sich glichen. Erste Einsätze im Juniorteam der SG 09, dort schnell Leistungsträgerin, mit dem Talentstatus Einsätze in erster sowie zweiter Mannschaft parallel und nach dem Erreichen der Stammkraft in der vergangenen Saison jeweils vom Trainer als Kapitänin ernannt. „Im Training habe ich nicht gern gegen sie gespielt, weil sie nur schwer zu stoppen ist, wenn sie in Fahrt kommt. Jetzt bin ich froh, dass sie endlich wieder fit ist und wünsche ihr eine verletzungsfreie Saison, werde aber alles daran setzen, dass sie nicht an mir vorbeikommt“, sagt Sauerwald. Auch bei Bayer deckt sie auf Halb, weswegen Zweikämpfe zwischen den Freundinnen zu erwarten sind. Mit drei Treffern bei drei Versuchen konnte sie bei der 22:40-Niederlage beim HC Rödertal nach ihrer Einwechslung für Gruner erste Akzente für die Werkselfen setzen.
Immerhin ein Tor gelang auch ihrer Freundin für Kirchhof. Als gebürtige Baunatalerin in ihrer alten Heimat. „Alles in Ordnung“ ist freilich die wichtigste Erkenntnis mit Blick auf ihr Knie, das für eine komplette Spielzeit unfreiwillige Pause gesorgt hatte. „Ihre Leistung war wirklich ordentlich. Katha hat gezeigt, was sie uns wieder geben kann“, unterstreicht Coach Denk. Ein kluger Schachzug war, die Rückkehrerin zunächst ausschließlich in der Abwehr einzusetzen, so dass im Angriff Spielmacherin Jule Hertha mehr Kraft für ihre Durchbrüche hatte. Jedoch wissen Koltschenko und ihr Coach, was für die gesamte Mannschaft weiterhin gilt: „Wir müssen noch geduldiger spielen und dürfen nicht zu überhastet abschließen.“ Dann könnte es klappen mit den so wichtigen ersten Punkten im Duell zweier jungen Teams, die einiges verbindet. Auch eine Freundschaft, die am Sonntag für 60 Minuten ruhen muss.
Quelle: HNA vom 28.08.2026
Foto: Pressebilder Hahn
2. ALSCO HBF
Saison 2026/2027
SG 09 Kirchhof vs. SG Nürtingen-Zizishausen
29.08.2026 19:00 Uhr
Ergebnis: 32:37


Kirchhof chancenlos beim 23:37 in Baunatal
Baunatal – Automatismen und Routinen sind im Sport wesentliche Erfolgsfaktoren. Neben dem Selbstvertrauen und Selbstverständnis wichtiger als das reine Talent und das Potenzial. Das mussten die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof zum Auftakt der 2. Bundesliga gegen die SG Nürtingen-Zizishausen leidvoll erfahren. Denn der eingespielte Vizemeister der Vorserie machte nach einem 6:7-Rückstand kurzen Prozess und landete in Baunatal einen 37:23 (21:12)-Kantersieg.
„Nürtingen ist eine der schnellsten Mannschaften der Liga. Wir haben sie immerhin in der ersten Viertelstunde überraschen können“, erklärte SG-Coach Christian Denk. Dies war schon deutlich mehr als beim jüngsten Heimspiel der Löwinnen gegen das Team von Trainer Manel Cirac, das kurioserweise ebenfalls nicht in der heimischen Stadtsporthalle stattfand. Mit 0:5 (6.) und 6:15 (22.) hatte Kirchhof am 28. Dezember 2025 gegen Nürtingen zurückgelegen, um letztlich in Rotenburg mit 28:37 zu unterliegen.
Nach erster Zeitstrafe folgte ein 1:11-Lauf
Jetzt aber sorgten Kreisläuferin Nora Lundell als neue Kapitänin zusammen mit Juliana Wagner im Mittelblock und Katharina Koltschenko sowie Vanessa Ulrich als aggressive Halbe dafür, dass die Fantasie auf eine Verbesserung der Deckungsarbeit vorhanden ist. Besonders die gebürtige Baunatalerin Koltschenko ist nach 15-monatiger Leidenszeit ein echter Gewinn. Schon vor dem Spiel hatte sie den meisten Applaus erhalten, auch wenn die offizelle Zuschauerzahl von 286 arg enttäuschend war. Die 24-Jährige wurde zunächst ausschließlich in der Abwehr eingesetzt. Dadurch hatte Jule Hertha den Rücken frei und konnte im Angriff mit ihrem Eins-gegen-Eins und Unterarmwürfen glänzen. Um jedoch höher zu führen als mit 7:6 (12.), hätte es auch einer guten Leistung im Tor bedurft. Doch der Einstand für Nicoleta Petre ließ reichlich Luft nach oben.
Wie fragil ein Team mit vier Neuzugängen in der Anfangsformation ist, belegt der erste Rückschlag. Die Zeitstrafe gegen Lundell in der 13. Minute. In Unterzahl kassierten die Grün-Weißen zwei Gegentreffer durch Maxime Luber. Die einzige Neue in der ersten Sieben des Gegners, die in Gleichzahl zwei weitere Tore folgen ließ. Der Anfang der Luber-Gala, der zehn Treffer bei zehn Versuchen aus dem Spiel heraus gelangen. Bevorzugt über den Gegenstoß, ehe sie als elften Streich vom Siebenmeterpunkt erfolgreich war. „In dieser Phase wurden wir überrannt. Ärgerlich ist aber auch, dass wir uns wieder einige überhastete Abschlüsse genommen haben“, haderte Denk. Juliana Wagner, Dana Krömer und Vanessa Ulrich leisteten sich die meisten Fahrkarten, weil sie zu ungeduldig agierten, als sie ihrem Team helfen wollten. Womit nach einem 11:1-Lauf zum 17:8 durch Rückraumspielerin Annika Distel schon alles zu Gunsten der Baden-Württembergerinnen entschieden war (25.).
Doch es gab sie, die Lichtblicke bei den Löwinnen, die nicht aufsteckten. Neben Koltschenko feierte mit Chantal Reimbold die zweite Baunatalerin im Team eine vielversprechende Rückkehr nach ihrer Fußverletzung. Mit 62,5 Prozent hatte sie nach der neuen Linksaußen Lea Walkowiak (80 Prozent) und Spielmacherin Hertha (71,4) die drittbeste Quote derer, die sich zumindest zwei Würfe genommen hatten. Angetan zeigte sich Denk zudem von der Vorstellung von Lydia Jakubisova. Von der frisch verpflichteten Rechtsaußen, die 53 Minuten lang mitwirkte und zwei souveräne Tore dank gutem Stellungsspiel und per Heber erzielte. Alles andere als selbstverständlich für eine 44-Jährige, die ihre Karriere eigentlich längst beendet hatte. Zumal nach einer wilden Trainingswoche mit späten sowie unregelmäßigen Zeiten in Guxhagen, in der Zweifeldhalle, in Röhrenfurth, in Baunatal und im Fitnessstudio. Fordernde Tage für die Löwinnen, bei denen mit Anni Schmidt das nächste Eigengewächs des goldenen Jahrgangs 2009 ihr Premierentor erzielte – als Kreisläuferin und Rechtshänderin als Aushilfe auf Rechtsaußen. Über 15:29 (44.), 19:33 (52.) und 22:34 (57.) lag Kirchhof jeweils klar zurück.
Lächeln und Applaus für erste Paraden
Wenig Wunder waren die meisten Kirchhof-Spielerin im Anschluss ziemlich enttäuscht. Die rühmliche Ausnahme bildete Pauline Grimm. Die 16-Jährige, die schon extrem glücklich war, dass sie erstmals überhaupt im Kader stand. Als A-Jugendliche, die über ihrem Heimatverein HSG Bad Wildungen und die HSG Hoof/Sand/Wolfhagen 2024 zur SG 09 gewechselt war. „Ich möchte von den Großen lernen. Die Mannschaft und das Trainerteam machen es mir super leicht“, erklärte die 1,72 m große Torfrau. Denk hatte Grimm beim Stand von 14:25 (37.) ins Spiel gebracht. Gegen Nele Nusser parierte sie per Fuß (42.), gegen die freie Nina Fischer (46.) und Kreisläuferin Vivien Natalello ebenfalls (48.). Sogar einen Siebenmeter hielt sie – gegen keine Geringere als die Spieler des Saison 2025/26, Torschützenkönigin Lisa Fuchs (49.). Quittiert mit einem stolzen Lächeln und Applaus von der Bank und den Rängen.
„Pauline hat in der A-Jugend eine überragende Vorbereitung gespielt. Ich hatte ein gutes Gefühl, sie hat das Vertrauen gerechtfertigt“, lobte der Coach, während Torwarttrainer Stephan Nocke seinen Schützling immer wieder motivierte. „Ich soll warten, einfach möglichst lange warten“ gab das Talent den wichtigsten Tipp preis. Und freut sich nun auf die nächsten Einheiten bei den „Großen“, zu denen sie stets von ihrer Mutter chauffiert wird. Noch mehr würde sie indes die ersten Punkte mit ihrer Mannschaft feiern.
Quelle: HNA vom 28.08.2026
Foto: Pressebilder Hahn
Der Vizemeister kommt
Kirchhof erwartet Nürtingen-Zizishausen – vier Neuzugänge dürften starten
Baunatal – Auf ein Neues! Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof startet nach einer intensiven Vorbereitung in die Saison 2026/27. Dabei wollen es die Löwinnen deutlich besser machen als mit nur vier Siegen in der Vorserie. Der Auftakt hat es allerdings in sich. Denn mit der SG Nürtingen-Zizishausen stellt sich ein Top-Gegner vor (Sa. 19 Uhr, Rundsporthalle Baunatal).
Als TG Nürtingen spielte das Team des spanischen Trainers Manel Cirac die beste Saison der Vereinsgeschichte und ist der amtierende Vizemeister. Sportlich hätte Nürtingen also sogar um den Aufstieg in die 1. Liga spielen können, jedoch wurde keine Lizenz beantragt. Sein dieser Saison ist aus der TG eine SG geworden. Nach der Fusion mit dem TSV Zizishausen, mit dem im Nachwuchsbereich bereits seit über einem Jahrzehnt zusammengearbeitet wurde.
Am Kader der ersten Mannschaft gab es indes kaum Veränderungen. Neu sind die starke Linksaußen Maxime Luber, die als mit Abstand treffsicherste Spielerin (159/35-Tore) von Ligarivale VfL Waiblingen verpflichtet wurde, und die talentierte Spielmacherin Carolin Jaron (HSG Blomberg-Lippe). Ansonsten wurden alle Leistungsträgerinnen gehalten. Auch Lisa Fuchs (228/89) als Torschützenkönigin und Spielerin der Saison. Auch Kirchhof hatte in den direkten Duellen Probleme mit der 21-jährigen Strategin. Vor 1200 Zuschauern in Rotenburg glänzte Fuchs beim 37:28-Sieg der TG mit 10/1-Treffern, beim 37:18-Heimsieg für Nürtingen wussten die Löwinnen sie zwar besser zu verteidigen, dafür sprangen aber ihre Mitspielerinnen wie die Halblinke Annika Distel in die Bresche.
Im Gegensatz zu Kirchhof hat das Cirac-Team zudem schon einen Erfolg in dieser Saison gefeiert und gewann in der ersten Runde des DHB-Pokals mit 38:34 bei Mainz 05. SG-Coach Christian Denk nennt den ersten Gegner zwar neben Berlin, Rödertal und dem Bergischen HC zwar als Favoriten auf die Meisterschaft, macht aber auch deutlich: „Wir wollen unseren neuen Besuchern in Baunatal und unseren treuen Fans eine starke Leistung bieten und gewinnen.“
Zu erwarten sind gleich vier Neuzugänge in der Anfangsformation. Im Tor die Rumänin Nicoleta Petre, am Kreis die Schwedin und neue Kapitänin Nora Lundell, auf Linksaußen die aus Zwickau gekommene Lea Walkowiak und auf Rechtsaußen Lydia Jakubisova. Die 44-jährige Slowakin will es nach ihrer ruhmreichen Ära beim Thüringer HC nochmal wissen. Not herrschte hier wie berichtet, weil das etatmäßige Duo mit Hannah Berk als gleichberechtigter Kapitänin und Helen Sonntag noch wochenlang ausfallen wird. Optional könnte hier die A-Jugendliche Anni Schmidt helfen, auch situativ zwei Kreisläuferinnen können aufgeboten werden.
Zudem werden verletzt den Auftakt die zweite neue Torhüterin Ana Ugrin und Linksaußen Emilia Damm verpassen. Dafür aber sieht es im Rückraum richtig gut aus. Da ist nach einer fantastischen Premierensaison Juliana Wagner ebenso gut drauf wie Dana Krömer und Vanessa Ulrich. Zudem weiß Denk die Qualitäten seiner Spielmacherin Jule Hertha zu schätzen und lobt die forsche Art von Helena Wagner als nächstem Eigengewächs. Da außerdem nach fast 15 Monaten ohne Einsatz Katharina Koltschenko wieder voll mitmischt und Chantal Reimbold nach fünf Wochen Pause wegen einer Fußverletzung pünktlich fit ist, kann Denk aus sieben hoffnungsvollen Spielerinnen wählen.
„Wir brauchen einen schnellen Rückzug und dürfen uns keine überhasteten Abschlüsse leisten“, erklärt der Coach. Reimbold hat dies als eine der Entdeckungen der vergangenen Spielzeit verinnerlicht und betont: „Wir wollen jetzt viel häufiger im Angriff richtige Entscheidungen treffen und dabei auch mal das Tempo rausnehmen. Mit dem Kreis wollen wir mehr spielen, hier ist Nora sehr präsent und hilft uns, außerdem wollen wir auch über die Außen mehr abräumen“, skizziert die 26-Jährige einen Plan. Ihre eigene Rolle hat sie als langjährige Halblinke längst gefunden und möchte ihrem Team auf der Mitte im Verbund mit Hertha noch mehr geben als im Vorjahr. „Jule und ich ergänzen uns sehr gut“, sagt sie als Baunatalerin vor ihrem besonderen Heimspiel.
Quelle: HNA vom 28.08.2026
Foto: Pressebilder Hahn
Nach vier Spielen einen Monat spielfrei
Der Spielplan in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen ist speziell. Denn die Löwinnen starten nur für vier Spiele in einem wöchentlichen Rhythmus. Nach dem Gastspiel bei der HSG Solingen-Grafräth (19. September) hat Kirchhof spielfrei bis zum 18. Oktober, wenn es beim TuS Lintfort im Duell des letztjährigen Vorletzten beim Schlusslicht der Saison 2025/26 gilt. Gründe für die Pause sind Spiele der EM-Qualifikation, DHB-Pokal, für den die SG 09 Kirchhof nicht qualifiziert war, und Lehrgänge. Das erste Heimspiel in der Melsunger Stadtsporthalle ist für den 31. Oktober geplant, wenn es gegen den SV Werder Bremen gilt. Dafür aber muss Kirchhof nach Weihnachten direkt wieder ran. Am 30. Dezember spielen die HL Buchholz 08-Rosengarten in Melsungen, am 2. Januar spielt Kirchhof in Berlin.





















